graffiti sprayer  

Sprühen für die Hall of Fame

Projekt Farben – Kult in der Rathauspassage/Graffit-Killer von Firma Ahle

Paderborn. Heute nähert sich ihre Arbeit dem Ende: Christian(23) aus Paderborn Emanuel(23) aus Bielefeld und Olli (19) aus Berlin haben getan was sie schon Jahren tun: Sie haben per Spraydose Leben auf eine triste Hauswand gebracht. Allerdings nicht illegal und polizeilich verfolgt sondern sogar auf Bestellung und für harte Mark.

 



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Farbenkult – Graffiti Kontra Schmiererei heißt das Projekt mit dem Dietmar Ahle, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma und Obermeister der Paderborner Maler- und Lackiererinnung, und der Hip Hop Club der Paderborner auf die Diskussion um Graffiti als Kunst oder Schmiererei hinweisen wollen. Ziel ist es jugendlichen Sprayern das Image von Kriminellen zu nehmen. Damit haben die drei Sprayer aus Paderborn, Bielefeld und Berlin bereits ihre Erfahrung gemacht: man fühlt sich manchmal von der Polizei verfolgt und überwacht als sei man ein Terrorist hat Emanuel festgestellt. Er zog vor vier Jahren nach Bielefeld nachdem er von einem Paderborner Gericht wegen einer Spray Aktion zu 200 Arbeitsstunden Sozialdienst verurteilt worden war. Gut wären öffentliche Flächen die zum Sprayen frei gegeben würden, sind sich die Paderborner und der Malermeister einig und fordern das was man im Sprayer-Jargon eine Hall of Fame (Ruhmeshalle) nennt. Man sollte auch begreifen, dass die Graffiti Kultur als Hinweis auf soziale Missstände entstanden ist, sagt Emanuel. Als Ausdrucksform jugendlicher Kreativität und Identitätssuche in der grauen Welt der Vorstädte.Graffiti bild und Wandgestaltung auf einer Fassade, Sprüher bei der Arbeit

Auftragsarbeiten holen Sprayer aus der Illegalität
Das Wandbild in der Rathauspassage ist für die drei Sprayer allerdings nicht künstlerischer Ausdruck: sie sprühen ein Bild dessen Idee zwar gemeinsam mit der Firma Ahle entwickelt wurde das aber auch starken Werbecharakter hat.
Dafür werden sie bezahlt. Handwerksarbeit eben, sagt Olli und setze seine Maske ab die er wegen der Lösungsmitteldämpfe trägt.

Doch genau mit solchen Aufträgen, so haben sie beobachtet, sind in anderen Städten schon viele Sprayer aus ihrem illegalen Treiben geholt worden. Öffentliche Anerkennung statt Kriminalisierung also. Gut eine Woche standen die drei vor den Augen neugieriger Passanten auf dem Gerüst. Mehr als 250 Spraydosen haben sie verbraucht.

Die entstandene Szenerie wirkt halb naiv-idyllisch (mit Paderborn-Zitaten wie Rathaus und Dom) halb aber auch surreal und flashig (Christian). Ein Grünstreifen weist in den Himmel, darauf drei Bäume (das sind wir) und ein Schaf mit Heiligenschein.

Eigentlich, sagt Malermeister Dietmar Ahle, machen wir uns selbst Konkurrenz. Die Firma hat nämlich eine Maschine Namens Graffiti-killer entwickelt mit der genervte Hausbesitzer sich der Wandbilder wieder entledigen können. Wenn wir aber so die verdeckt agierenden jungen Sprayer durch legal arbeitende Multiplikatoren erreichen und zusätzlich noch die Akzeptanz im Stadtparlament für offiziell ausgewiesene repräsentativ gelegene Sprayer Flächen erzielen, können wir unseren Graffiti Killer in der Garage lassen. Dies sei jedoch ein langer Weg.

Kurzfristiges Ziel sei gegenseitige Akzeptanz. Das Werk der Sprayer wird am kommenden Donnerstag 27.Juli um 11 Uhr offiziell vorgestellt. Dann kommen auch Bürgermeister und Landrat. Nachmittags stellt Firma Ahle dann ihren Graffiti-Killer vor. Eine Podiumsdiskussion, eine Ausstellung und Kunst zum selber machen runden das Programm ab.

Stichwort Sprayer im Internet
Wer mehr Infos über die in den 70er Jahren entsahnten kunstform erfahren möchte findet im weltweiten Netz interessante Homepage. Beispielsweise stellt stellt sich unter http://graffitiforschung aus Wien vor .Auf übersichtlichen Seiten ,die sich schnell aufbauen kann der User aktuelle Graffiti –Ausstellung Termine in Europa erfahren.

Lehrveranstaltungen und Auftragsvermittlungen die junge Graffiti Künstler aus der Illegalität holen oder aber staatlich legitimierte Projekte in deutschen und europäischen Großstädten zeigen ,dass die Subkulturen Ausdrucksform der jungen Generation durchaus ernst zu nehmen ist.



Quelle: Neue Westfälische - Juli 2000

 

 

Zum Presseartikel - Neue Westfälische - Juli 2000

graffiti sprayer sprühen legal an einer Hauswand in paderborn
 

Heute gestaltet der Ex-Graffiti Sprayer professionelle Fassadenkunstwerke

 
             

             
 
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