Der Künstler Oliver Kray gestaltet am liebsten Haus-Fassaden
 

Gemalt wie aufgeklebt


Neben dem berühmten ,,Bananenhaus’’ in Ruhrort, das der Bananensprayer Thomas Baumgärtel 2001 gestaltete, hat Duisburg eine weitere Sehenswürdigkeit in der Fassadengestaltung. In Zusammenarbeit mit dem Maler Pieper aus Duisburg-Ruhrort bemalte der Fassadenkünstler Oliver Kray im März 2007 einen Giebel der besonderen Art in Duisburg-Laar.

Auf zirka 100 Quadratmeter Fassadenfläche des Duisburger Unternehmens Holz- und Kunststoffverarbeitung H. Becker in Duisburg-Laar verewigte sich Oliver Kray mit seinem bekannt auffällig bunten Design. In nur fünf Tagen gestaltete er den Giebel des Firmengebäudes. Dazu übertrug er freihändig zunächst die Konturen seines Entwurfs auf die Fassade. Zwei versierte Mitarbeiter der Malerfirma Pieper unterstützten Kray bei der Ausmalung der entstandenen Farbflächen.

Eine besondere Schwierigkeit ergab sich dadurch, dass die eingerüstete Fassade mit Gerüstplanen verhängt war. So konnte während des Farbauftrags nicht kontrolliert werden, ob die Ausführung dem Entwurf entsprach. Wie sich später zeigen sollte, war das jedoch kein Problem für Oliver Kray und ,,seine’’ beiden Malergesellen.

Quelle: Ausbau + Fassade - Juli 2007


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,,Einen besonderen Schwerpunkt lege ich auf die Farbauswahl’’, sagt Oliver Kray. Die Nuancen müssen für ihn perfekt auf einander abgestimmt werden.
Darüber hinaus spielt die Deckkraft der Farbe bei seinen Arbeiten die größte Rolle. ,,Es macht einfach keinen Spaß, immer wieder die gleiche Farbe zu übermalen bis sie deckt. Ich liebe schnelle und gute Ergebnisse. Dann habe ich den Kopf wieder frei für die weitere Arbeit und kann effektiver zu dem von mir beabsichtigten Gesamtkunstwerk kommen.’’ Für seine anspruchsvolle Arbeit verwendet Kray Farben von Brillux.

Genau so wichtig wie die Deckkraft der Farbe ist ihm aber auch die auszuführende Qualität und die Arbeitseinstellung der Maler, mit denen er arbeitet. Auf die Maler der Firma Pieper war er besonders stolz, da sie auffällig akribisch an die Sache gingen. ,,Vom Erstanstrich mit Silikonharzfarbe, bis hin zum >>Feintuning<< der Striche war alles perfekt’’, berichtet Kray.In dritter Generation ist Dieter Siegel-Pieper Inhaber des traditionsreichen Malerbetriebes Pieper (1897 gegründet).

oliver kray signiert fassadenbild mit pinsel

Wer die Fassade betrachtet- bei der Einfahrt von der Deichstraße in die Turmstraße, vom nahen Uferdeich des Rheins oder von der Ruhrorter Rheinbrücke aus- findet den Anspruch Krays an seine Arbeit bestätigt:,,
Das Bild muss zum Schluss aussehen wie ein angebrachter Aufkleber.’’ Und das nicht nur am Tag, sondern auch Dunkelheit, wenn der Giebel angestrahlt wird. ,, Ich liebe Farbe und will meine Projekte und Designs zu einer Marke machen. Und das geht nur, wenn sie gesehen werden’’, sagt Oliver Kray.


Anders als bei dem Fassadenkünstler Friedrich Ernst von Garnier, dessen Arbeiten sich der Umgebung anpassen, sollen Krays Werke sich bewusst von ihrer Umgebung abheben und autark wirken. Als Jugendlicher führte er zeitweise ein >>Doppelleben<< zwischen Graffiti und Realität: In der Nacht sprayte er Züge und am Tag ging er zur Schule. Ein adrenalinträchtiger Spagat, bei dem er nicht die Balance verlor, sondern schon frühzeitig gelenkt wurde.

Über die Fassadengestaltung hinaus wirkt Oliver Kray heute äußerst kreativ in den unterschiedlichsten Branchen. So bringt er noch in diesem Jahr mit dem deutschen Möbelhersteller Gepade aus Delbrück seine erste eigene Möbellinie auf den europäischen Markt. Sein größter Traum sei es, ,,spätestens 2015 ein komplettes Hotel von der Architektur bis zur Zahnbürste zu designen’’.

Und irgendwann müsse man ja mal anfangen...

 

Quelle: Ausbau + Fassade - Juli 2007


 
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