| „In Wolfsburg sieht alles ziemlich grau aus, ich versuche, ein bisschen Farbe da reinzubringen“
, sagt er, der seine Karriere als Jugendlicher mit dem Sprayen illegaler Graffitis begann.
Per Zufall wurde Backhausen auf den 26-jährigen Künstler aufmerksam:“Ich habe ein Objekt von ihm in Bielefeld gesehen, das mir sehr gut gefallen hat.
Da habe ich gedacht, das brauchen wir auch in Wolfsburg“. Auf der Fassade hinterlässt Oliver Kray seinen Schriftzug, so machte Backhausen ihn im Internet ausfindig.
Der Wolfsburger Malerbetrieb Möhle ist mit der Umsetzung der Entwürfe beauftragt worden.“ Das hat Spaß gemacht, das ist mal was ganz Neues“, sagt Malermeister Peter Möhle. Als seine Firma begann, waren die Mieter jedoch zunächst skeptisch. “Jetzt sind Sie begeistert – ob Alt oder Jung“, beschreibt Backhausen die Redaktion der Anwohner, letztendlich alle einer Mieterhöhung zugestimmt hatten.
Das nächste Gemeinschaftsprojekt ist schon in Planung: „ In der Schneidermühle Straße wollen wir das nächste Haus bunt gestalten. Damit wollen wir uns vom Markt abheben“, sagt Backhausen.“ Durch die Verknüpfung von Kunst und Bau leisten wir auch ein Stück Stadtentwicklung.
So hat er beispielsweise in Duisburg, Wolfsburg, Paderborn und natürlich in seiner Heimatstadt Berlin Fassaden künstlerisch gestaltet, und deshalb hat er in der Branche inzwischen eine gewisse Berühmtheit erlangt. Weil in einer Malerfachzeitschrift über die Projekte des Künstlers berichtet wurde, ist Lothar Buttler auf ihn aufmerksam geworden.
„Der Oliver hat allerdings seinen eigenen Stil, deshalb habe ich seinen Entwurf etwas an meinen Geschmack angepasst“, lacht Buttler. In der Tat gibt es in den von Kray gestalteten Fassaden viele grafische Elemente, die auf den rund 3000 Quadratmeter Außenwänden der Buttler´schen Halle an der Straße Zum Neuntagwerk fehlen.
Vom Sprayer zum Künstler
Oliver Kray aus Berlin schafft sich mit farbiger Fassadengestaltung Markenzeichen
Geschwungene Linien, farbig Formen machen seinen Stil aus.
Oliver Kray hat sich darauf spezialisiert, Häuserwände ungewöhnlich zu gestalten. Im Auftrag der Allertal Immobilien Genossenschaft hat er sein erstes Objekt in Wolfsburg fertig gestellt – am Kurzer Hagen/ Föhrenhorst. WN – Redakteurin Annika Koch sprach mit dem 26 – jährigen Berliner über seine Kunst.
Wie sind Sie zu dieser Art Kunst gekommen?
Mit elf Jahren habe ich angefangen, auf der Straße illegal Wände zu besprühen. Ich bin nachts um die Häuser gezogen, habe meinen Schriftzug hinterlassen, um in der Subkultur berühmt zu werden.
Gab es da keinen Ärger?
Natürlich. Es war üblich, dass morgens um 6 Uhr die Polizei an der Tür geklingelt und das Haus durchsucht hat. Ich stand mehrmals vor Gericht und musste mehrere Tausend D- Mark Strafe zahlen.
Wie wurden Sie vom Sprayer zum Künstler?
Ein Freund von mir ist in Berlin beim Sprayen von einer S- Bahn überfahren worden. Das war der Wendepunkt. 1995 habe ich mein erstes legales Projekt gestaltet, einen Schuhladen in Berlin.
Was haben Sie in diesem Stil schon gemacht?
Einiges. In Borchen habe ich zum Beispiel für die Firma Giesguth GmbH & Co. KG einen Turm gestaltet, in Paderborn und Bielefeld Mehrfamilienhäuser. Ich entwerfe aber auch Mode und Möbel. Das Design für meine erste eigene Möbelkollektion in Zusammenarbeit mit der Firma Gepade Polstermöbel aus Delbrück ist gerade fertig.Mein größter Traum ist es, spätestens 2015 ein komplettes Hotel von der Architektur, über die Bekleidung der Angestellten bis zur Zahnbürste zu designen.
Was macht Ihren Stil aus?
Das Muster ist mal durch Zufall entstanden und ist an Graffitikunst angelehnt. Ich liebe Farbe. Meine Projekte möchte ich zu einer eigenen Marke machen.
Quelle: Wolfsburger Nachrichten - August 2007
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